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Dachstiftung Diakonie

Neujahrsempfang der Diakonie Kästorf: Margarete Pertzel erhält Kästorfer Baustein

Zum Neujahrsempfang der Stiftung Diakonie Kästorf und der Dachstiftung Diakonie in der Gifhorner Stadthalle kamen rund 300 geladene Gäste zusammen, um sich mit der Frage zu beschäftigen, inwiefern ein sozialer Arbeitsmarkt Lösungen bietet für Menschen ohne Arbeit. Besonders für Menschen, die über eine lange Zeit keine Arbeit haben, rückt der Einstieg in den Arbeitsmarkt oft in weite Ferne. „Langzeitarbeitslose“ heißen sie im Fachvokabular der Bundesanstalt für Arbeit, hier wird auch von „fehlender Erwerbsbiografie“ gesprochen oder „persönlichen Arbeitshindernissen“.

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Ideen und Gedanken, unter welchen Voraussetzungen ein Arbeitsmarkt sozial ist, brachte Vorstand Hans-Peter Daub in seiner Ansprache zum diesjährigen Neujahrsempfang zum Ausdruck, als er Bewohner und Angehörige, Mitarbeitende und Ehrenamtliche, Partner und Freunde aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung begrüßte. Auch sein Vorstandkollege Dr. Jens Rannenberg setzte sich in seinem Impulsvortrag mit der Frage auseinander, wie eine Integration von Menschen ohne Arbeit besser gelingen und wie ein Arbeitsmarkt sozialer und gerechter gestaltet werden kann. Bürgermeister Matthias Nerlich sprach Grußworte für die Stadt und den Landkreis Gifhorn und griff das Thema des Gebens und Nehmens in einem Beschäftigungsverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf, das er symbolisch an einem mitgebrachten Boomerang festmachte.

Mit dem seit diesem Monat geltenden Teilhabechancengesetz, von dem vor allem „arbeitsmarktferne“ Menschen profitieren sollen, ist ein erster Schritt getan, um eine Eingliederung in eine Arbeitsanstellung zu ermöglichen und Hürden auf Seiten der Arbeitgeber abzubauen. Doch wie gestaltet sich ein solcher Wiedereinstieg ganz konkret? In einer Talkrunde wurde genau darüber gesprochen: zwei Männer und eine Frau aus den Diakonischen Betrieben Kästorf schilderten ihre Erfahrungen auf dem Weg aus der Arbeitslosigkeit und ließen die Gäste an ihren ganz persönlichen Erlebnissen teilhaben. Sie berichteten dabei auch von Suchtproblematiken, die es zu überwinden galt, und was sie gehindert hat, eine Arbeitsstelle anzunehmen. Ihre Geschichten machen Mut, denn sie zeigen deutlich, dass es einen Ausweg geben kann aus der Abwärtsspirale.

Der Elektromeister der Diakonischen Betriebe, Thomas Hillebrecht, berichtete von Unterstützungs- und Qualifizierungsmaßnahmen, die in der Diakonie Kästorf angeboten werden, um Langzeitarbeitslosen dabei zu helfen, wieder erwerbsfähig zu werden und sie auf den freien Arbeitsmarkt vorzubereiten. Aufgrund der unterschiedlichen Gewerke und industriellen Dienstleistungen in der Diakonie Kästorf haben die Menschen, die hier arbeiten, aus seiner Sicht die beste Chance, sich auszuprobieren und einen Einblick in verschiedene Berufsfelder zu gewinnen. Das Netzwerk aus Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern und weiteren Fachkräften ermöglicht es, dass die Qualifizierungsmitarbeitenden auch im Alltag Betreuung erhalten und nicht nach Feierabend in ihre alten Strukturen zurückfallen.

Anschließend wurde mit großer Erwartung und Vorfreude der Kästorfer Baustein vergeben. Diese Auszeichnung der Diakonie Kästorf wird bereits seit vielen Jahren an Menschen verliehen, die am Erfolg sozialer Arbeit einen wichtigen Anteil haben. Margarate Pertzel empfing den Baustein sichtlich gerührt, der ihr zusammen mit einer emotionalen und freundschaftlichen Laudatio von Dr. Rannenberg überreicht wurde. Die 79-Jährige war von 1991 bis 2001 ehrenamtliche Landrätin in Gifhorn, stets engagiert und mit vollem Herzen dabei. Mit dem gleichen Engagement fühlte sie sich der Diakonie Kästorf verbunden, zunächst war sie jahrelang Vereinsmitglied der Diakonischen Heime in Kästorf e. V., zuletzt als Vorsitzende des Hauptkomitees der Stiftung Diakonie Kästorf im Einsatz. Verbunden mit dem Kästorfer Baustein ist ein Geldbetrag in Höhe von 1.000 Euro. Diese Summe geht mit der Verpflichtung einher, damit ein gemeinnütziges Projekt zu fördern.

Pertzel möchte das Preisgeld weiterspenden an den Kinderschutzbund und das Projekt UNSAhof in Leiferde. „Die Rechte von Kindern und die Förderung von Frauenprojekten lagen mir schon immer am Herzen, darum habe ich diese Projekte ausgewählt“, betont sie.

Ein weiteres Highlight des Empfangs waren die Gesangsdarbietungen der Swing-Formation „Honolulus“ unter der Leitung von Verena Schlag, deren Auftritte viele der Gäste zum Mitwippen animierten. Zum Abschluss des offiziellen Programmteils sprach Hans-Peter Daub den Segen und stimmte alle Gäste zum gemeinsamen Singen des Klassikers „Von guten Mächten“ an. Danach luden die beiden Vorstände zum Buffet ein, das alle Jahre wieder vom Team der „Kästorfer Küche“ der Diakonischen Servicegesellschaft gezaubert wird.

Foto, v. l.: Hans-Peter Daub, Margarete Pertzel, Dr. Jens Rannenberg

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