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Wohnungslose können nicht zu Hause bleiben – Regelsatz sofort erhöhen!

Die Aufforderung, wegen der Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus zu Hause zu bleiben und physische Kontakte einzuschränken, geht völlig an der Lebenswirklichkeit obdachloser Menschen vorbei, erklärt Dr. Jens Rannenberg, Vorstand der Dachstiftung Diakonie und Vorsitzender des Evangelischen Bundesfachverbandes Existenzsicherung und Teilhabe e. V. (EBET). „Wohnungslose Menschen können nicht zu Hause bleiben. Ihnen fehlen die schutzbietenden eigenen vier Wände", so Rannenberg.

Menschen ohne Wohnung sind dringend auf niederschwellige Hilfsangebote angewiesen, die nun aber reihenweise wegbrechen, weil sie von den Behörden geschlossen werden oder um die Mitarbeitenden in Einrichtungen zu schützen. Obdachlose haben meist auch gesundheitliche Einschränkungen. Sie gehören zu den besonders gefährdeten und verletzlichen Gruppen. 

Hinzu kommt ihre finanziell prekäre Situation. Sie haben nur den Tagessatz der Sozialhilfe zur Verfügung. Sind weniger Menschen auf der Straße unterwegs, verringert sich die Möglichkeit, über den Verkauf von Straßenzeitungen oder durch Betteln Einkommen zu erzielen. Die Verteuerung des täglichen Lebens für Menschen ohne Wohnung ist gravierend. Sie können keine Vorratshaltung betreiben und sind deshalb auf tagesaktuell verfügbare Angebote angewiesen, von denen die preisgünstigen schnell vergriffen sind. 

Dr. Jens Rannenberg: „Eine kurzfristige und unbürokratische Hilfe ist nötig, die allen Leistungsbeziehenden in der Grundsicherung (SGB II und SGB XII) einen vorübergehend erhöhten Grundsicherungsbetrag gewährt, damit Einkommensarme weiterhin auf bescheidenem Niveau leben können und nicht durch die Corona-Pandemie weiter ausgegrenzt werden. Als Evangelischer Bundesfachverband der Wohnungsnotfall- und Straffälligenhilfe fordern wir als Sofortmaßnahme, dass die Regelsätze bis zur Überwindung der Corona-Pandemie je erwachsener Person um 100 € pro Monat und je minderjähriger Person um 80 € pro Monat angehoben werden.“

Lesen Sie auch die Resonanz auf die Forderung bei tagesschau.de:

https://www.tagesschau.de/inland/coronavirus-obdachlose-109.html

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