Standorte und Angebote

von links: Philipp Raulfs, Carola Hahne, Irina Kanklin, Daniela Behrens, Caroline Hallhuber, Eckart Schulte, Marianka von Magnis, Stefanie Steinke
von links: Philipp Raulfs, Carola Hahne, Irina Kanklin, Daniela Behrens, Caroline Hallhuber, Eckart Schulte, Marianka von Magnis, Stefanie Steinke

Sozialministerin Daniela Behrens besucht „Venito“, die neue Jugendhilfegesellschaft der Dachstiftung Diakonie

Im Rahmen ihrer Sommerreise besuchte die niedersächsische Sozialministerin Daniela Behrens das Mehrgenerationenhaus im Georgshof. Hier diskutierte die Ministerin mit Mitarbeitenden und Jugendlichen aktuelle sozialpolitische Themen aus der Praxis. Dr. Jens Rannenberg, Vorstand der Dachstiftung Diakonie, und Carola Hahne, Geschäftsführerin der DD-Jugendhilfegesellschaften nutzten die Gelegenheit, die Ministerin über aktuelle Themen zu informieren.

Venito stellt sich vor 

„Erstmals begrüßen wir Sie im Namen unserer neuen Gesellschaft ‚Venito‘, in der wir seit einem Monat die Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Kästorf, die Stephansstift ev. Jugendhilfe und die Stephansstift Kindertagesstätten und Familienzentren vereint haben“, erläuterte Carola Hahne. Kompetenzen und Kräfte bündeln und einheitliche Standards schaffen, ist das Ziel der neuen großen gemeinnützigen GmbH, in sich der rund 1100 Mitarbeitende in ganz Niedersachsen für die Belange von Kindern, Jugendlichen und Familien einsetzen. 

Für echte Chancengleichheit 

Mit bei dem Besuch der Ministerin war Irina. Sie wohnt seit zwei Jahren in einer Wohngruppe von Venito. Seit Kurzem lebt die 18-Jährige in der sogenannten Verselbstständigung. Angegliedert an die Wohngruppe, bewohnt sie ein kleines Einliegerapartment. „Das ist ideal“, erzählt sie der Ministerin: „Ich kümmere mich um meinen Haushalt, weiß aber, dass ich jederzeit in die Wohngruppe gehen kann und Unterstützung finde. Ich mache bald mein Abitur, da tut mir der Rückhalt gut.“ Sie berichtete auch über: „Viele Leute begegnen uns „Heimkindern“ mit Vorurteilen. Manche trauen mir zum Beispiel kein Abi zu, nur weil ich nicht bei meinen Eltern wohne.“ In der Schule hat die Digitalisierung neue Gräben geschlagen, berichtete sie weiter. Laptops und PCs, die in Zeiten von Homeschooling unerlässlich sind, müssen oft aus eigener Tasche gezahlt werden. Hier hat Venito zwar mit Fördergeldern geholfen, „doch müssten nicht eigentlich die Schulen in der Pflicht sein“, meinte Irina. Die Ministerin pflichtete ihr bei: „Wenn wir echte Chancengleichheit schaffen wollen, muss die Anschaffung von digitalen Endgeräten, wie es früher mit Büchern war, von der Schule gewährleistet sein.“

Lob für Ehrenamtliche und MGH 

Auch das MGH in Gifhorns Innenstadt gehört zu ‚Venito‘. „Wir sind Anlaufstelle, Netzwerk, Bildungseinrichtung und vieles mehr“, beschrieb Regionalleiter Eckart Schulte das MGH. Für die Ministerin genau der richtige Ort, um sich über soziale Themen aus der Mitte der Gesellschaft zu informieren. Sie erfuhr, dass an das MGH Freiwilligenzentren angeschlossen sind. Rund 200 Ehrenamtliche engagieren sich dank der Koordination in 22 sozialen Projekten. „Wir finanzieren die Arbeit größtenteils über Fördermittel, doch die sind oft knapp bemessen“, berichtete Eckart Schulte. Daniela Behrens zeigte sich beeindruckt von der Arbeit im Sozialraum. Sie betonte, dass Einrichtungen wie das MGH unerlässlich für die Stärkung sozialer Infrastrukturen seien. „Sie fördern Demokratie und stärken die Gemeinschaft.“ Die Ministerin versicherte, Niedersachsen werde keine Kürzungen im Sozialetat vornehmen. Wichtig sei, weiter im Dialog zu bleiben, um dafür zu sorgen, dass das Geld dort ankomme, wo es gebraucht würde. 

Neue Ideen stoßen auf offene Ohren 

Damit künftig Praxis-Einblicke die Regel werden, schlug Carola Hahne vor, einen niedersächsischen Jugendhilferat zu bilden. Damit wäre sichergestellt, dass die Stimmen junger Menschen von der Politik gehört würden. Die Ministerin war begeistert und regte an, zu dem Thema weiter in Kontakt zu bleiben.

Jede Spende hilft! Spenden