Friedrich Ley war diese Woche weiter auf Expedition in anderen diakonischen Unternehmen und ist nach Osnabrück aufgebrochen, um die verschiedenen Bereiche der DIOS kennenzulernen. Inhaltlicher Austausch, neue Kontakte knüpfen und ein lebendiges Bild gewinnen, standen im Mittelpunkt.
Die DIOS (Diakonie Osnabrück Stadt und Land gGmbH) ist der diakonische Träger der Ev.‑luth. Kirche im Raum Stadt und Landkreis Osnabrück. Sie besteht aus mehreren Tochter- und Enkelgesellschaften und bietet Dienste in Bereichen wie Altenhilfe, Bildung (u. a. Pflegeschule), Kinder- und Jugendhilfe, Beratungen für Geflüchtete und Wohnungslosenhilfe an.
Am Montag fand zuerst eine Geschäftsführer:innen-Runde statt. Daran nahmen die Vorstände Friedemann Pannen und Stephan Wilinski sowie die Bereichsverantwortlichen teil. Friedrich Ley durfte ebenfalls dabei sein und gewann so gute Einblicke in das tägliche Geschäft. Später führte er ein persönliches Gespräch mit den Vorständen. Am Abend besuchte er die Aufsichtsratssitzung der Diakonie Osnabrück. Dort begrüßte ihn der Vorsitzende Friedrich Selter freundlich. In der Sitzung wurden die üblichen Berichte präsentiert: die wirtschaftliche Lage, inhaltliche Themen und geplante strategische Schritte der Diakonie.
Dienstagmorgen traf er Jens Wulfekammer, den Geschäftsführer des Handlungsfeldes Pflege. Anschließend besuchten sie die Pflegeeinrichtung „Paul- Gerhard-Heim“ in Georgsmarienhütte. Jens Wulfekammer führt regelmäßig Besuche in den Einrichtungen durch. Friedrich Ley lernte die Einrichtungsleitung sowie die Pflegedienstleitung (PDL) kennen und erhielt eine Führung durch das Haus. Mitarbeitende nutzten die Gelegenheit für Fragen und einen angeregten Austausch.
Die Tour wurde am Mittwoch kurz unterbrochen: Friedrich Ley nahm mit Kolleg:innen der Dachstiftung an einer Demonstration vor dem Niedersächsischen Landtag in Hannover teil, die vom „Bündnis starker Sozialstaat“ getragen wurde — einem Zusammenschluss aus Wohlfahrts‑ und Sozialverbänden sowie Gewerkschaften. Hintergrund der Aktion war die Ministerpräsidentenkonferenz am folgenden Tag, bei der mögliche Kürzungen im sozialen Bereich zur Sprache standen; die Kritik des Bündnisses richtete sich insbesondere gegen geplante Einsparungen in der Kinder‑ und Jugendhilfe sowie in der Pflege. Friedrich Ley war es wichtig, seine gesellschaftspolitische Positionierung zu verdeutlichen und Solidarität mit sozialen Trägern zu zeigen.
Am Donnerstag drehte sich bei der Diakonie in Osnabrück alles um Innovation und Digitalisierung. Friedrich Ley bekam einen Überblick über aktuelle Projekte und darüber, wie das Projekt-/Innovationsmanagement bei der DIOS aufgebaut ist — so wurde sichtbar, wie moderne Arbeitsansätze und Digitalisierung die diakonische Praxis prägen und verändern werden. Dazu gab es Gespräche mit den Bereichsverantwortlichen zu Controlling, Beschaffung und diakonische Profilbildung. Außerdem traf er Christiane Mollenhauer (Geschäftsführung Beratung, Behandlung und Betreuung), die ihm Einblicke in ihr Handlungsfeld gab. Der Donnerstag endete mit einer Terminvereinbarung im September, diesmal will der Vorstand der DIOS zu einem Gegenbesuch in die Dachstiftung kommen.
Am Freitag führte Friedrich Ley eine Videokonferenz mit Stephan Wilinski, dem kaufmännischen Vorstand, durch. Stephan Wilinski gab freundschaftlich und offen Ratschläge für die neue Verantwortung als Vorstand und teilte persönliche Erfahrungen. Weiterhin sprachen sie über Kommunikation mit Führungskräften und Mitarbeitenden sowie über unternehmensrelevante Organisations- und Entwicklungsthemen.
Die Osnabrücker Woche bot einen fachlich geprägten Austausch, der inhaltliche Tiefe mit persönlicher Begegnung verband. Die Kombination aus Vor-Ort-Terminen, strategischen Gesprächen und den Einblicken in die verschiedenen Handlungsfelder machte die Tour zu einer bereichernden Woche.
Du hattest kurz erwähnt, dass du ein Ehrenamt bekleidest. Welches Ehrenamt ist das und was machst du da?
Ich bin seit etwa zehn Jahren Mitglied der Ethikkommission bei der Ärztekammer Niedersachsen. Dort prüfe ich als theologischer Ethiker ehrenamtlich Studien am Menschen, setze mich für den Schutz der Patient:innen ein und berate zu ethisch‑juristischen Fragen.
Wir bewerten vor allem Studien mit Medizinprodukten (z. B. neue Implantate oder Messgeräte), Medikamentenstudien und Beobachtungsstudien. Mein Schwerpunkt ist der Schutz der Patient:innen: Teilnehmende dürfen keinen unnötigen Risiken ausgesetzt werden und müssen gut informiert zustimmen können (z. B. separate Einwilligung für Bioproben). Die Kommission berät auch zu ethischen und rechtlichen Fragen für Forschende, besonders bei internationalen Studien. Wir sind ein interdisziplinäres Gremium und behandeln vor allem Studien aus nicht‑universitären Kliniken.
Du bist viel im Auto unterwegs. Was machst du während der vielen langen Autofahrten?
Im Auto nutze ich die Zeit sehr vielfältig: Ich höre aktuell viel Radio (zum Beispiel NDR Info) — das ersetzt mir gerade meinen verlorenen Spotify‑Account und bringt Nachrichten, Politik und Podcasts praktisch nebenbei. Viele Gespräche und kleinere Besprechungen lassen sich prima per Freisprechanlage führen, außerdem erledige ich organisatorische Dinge, die sich gut mit Fahren vereinbaren lassen, ohne unvorsichtig zu werden.
Gleichzeitig sind die Fahrten ein Raum für Wahrnehmung: Ich genieße die Landschaft, lerne im Vorbeifahren viele Orte kennen und sammle Eindrücke von Niedersachsen, die im Alltag sonst verlorengingen. Für mich sind die Fahrten also ein Mix aus Arbeit, Information und Entdecken.
In der dritten Woche seines Roadtrips durch die Bereiche, war Friedrich Ley nicht in der Dachstiftung Diakonie unterwegs, sondern zu Gast bei der Evangelischen Stiftung Neuerkerode (esn), einem Träger in Niedersachsen, der, wie wir, verschiedene diakonische Einrichtungen betreibt. Trotz mancher Unterschiede im Portfolio fanden sich viele Angebote in der esn, die mit unseren übereinstimmen – perfekt für einen lebendigen Austausch. Es gab zahlreiche persönliche Begegnungen und praktische Einblicke ins Tagesgeschäft und in die Strukturen vor Ort.
Bei seiner Ankunft am Montag wurde Friedrich Ley in sehr herzlicher Atmosphäre empfangen. Anschließend führte er ein Kennenlerngespräch mit Tobias Henkel, dem Vorstandsvorsitzenden. Tobias Henkel nahm sich Zeit, Friedrich Ley die Geschichte des Unternehmens, die aktuellen Schwerpunktfelder sowie den groben Ablauf der Woche zu erläutern. Zudem erhielt Friedrich Ley ein Willkommenspaket. Insgesamt wurde er fast wie ein neuer Mitarbeiter begrüßt und sehr herzlich aufgenommen. Nach dem Mittagessen folgte ein Rundgang durch die Tagespflege St. Vinzenz. Vor Ort traf Friedrich Ley den Geschäftsführer der Diakoniestation Harz-Heide, Volker Wagner. Die beiden kennen sich bereits von einer Gesellschafterversammlung; die Dachstiftung ist mit einem Anteil von neun Prozent an den Diakoniestationen beteiligt. Das Gespräch war neben der Schnittstelle auch inhaltlich sehr interessant.
Am Dienstag durfte Friedrich Ley quasi als vierte Person bei der Vorstandssitzung dabei sein und gewann einen tiefen Einblick in deren Arbeit. Es gab Berichte aus zwei Konzernbereichen – Arbeit & Qualifizierung sowie Wohnen & Betreuen – die überraschend viele Parallelen zur Dachstiftung zeigten. Danach folgte ein Strategiegespräch. Wie immer fand ein gemeinsames Mittagessen statt; im Anschluss besuchte Friedrich Ley das Pflegezentrum Bethanien – eine stationäre Pflegeeinrichtung mit viel Tradition. Später traf er den Geschäftsführer des Krankenhauses, Dr. Jan Wolf; nach einem intensiven Gespräch ging es direkt mit ihm in den OP. Friedrich Ley lernte das OP-Team kennen, erhielt praxisnahe Einblicke bei einer endoskopischen OP und konnte spannende Verbindungen zu seinen früheren Erfahrungen in der Transplantationskoordination in Hamburg ziehen.
Mittwoch war Friedrich Ley zu Gast bei Simone Wieczorek, Geschäftsführerin des Lukas-Werks und dem Unternehmen Regenesa. Das Lukas-Werk bietet Behandlungen für Patienten mit Suchterkrankungen und psychosomatischen Störungen an und das Unternehmen Regenesa ist auf Mutter-Kind-Kuren an der Nordsee ausgerichtet.
Besonders beeindruckt hat ihn die Klostergärtnerei Riddagshausen: Hier arbeiten Menschen mit Behinderung, erhalten Tagesförderung und Ausbildung und bieten gleichzeitig wunderschöne, biozertifizierte Blumen und Kräuter sowie Gemüse zum Verkauf an – ein einladender Ort zum Sein. Direkt nebenan befindet sich die Verwaltung des esn; dort sprach Friedrich Ley mit der Vorständin und Personalleiterin Jessica Gümmer-Postall sowie dem Finanzvorstand Ingo Beese. Den Tag beendete er im Café Parkblick bei einem Dankeschön-Treffen für freiwillig Engagierte.
Bei einem Rundgang am Donnerstag durfte sich Friedrich Ley die Pflegeeinrichtung St. Vinzenz anschauen – ein ehemaliges Krankenhaus, das jetzt von der esn als Pflegeheim betrieben wird. Danach besuchte er das Quartier St. Leonhard, eines der größeren Quartiersprojekte der esn. Dort laufen verschiedene Angebote zusammen: eine Reha-Klinik, Tagesförderung/Eingliederungshilfe, eine Kita und verschiedene Wohnformen. Das Zusammenspiel von Klinik, Reha und sozialen Angeboten im Quartier fand er besonders spannend – ein schönes Beispiel dafür, wie Diakonie ein Quartier in Braunschweig mitgestaltet.
Freitag war Friedrich Ley im Dorf Neuerkerode unterwegs, begleitet von Horst Waßmann, einem Urgestein dort. Horst Waßmann zeigte ihm die Geschichte und den Aufbau des Dorfes. Das Ganze wirkte für Friedrich Ley wie ein richtiges Dorf: kompakt, vernetzt, vieles lässt sich mit dem Fahrrad erreichen. Viele Menschen mit Behinderung leben und arbeiten dort; es gibt einen Kiosk („unser Späti“), in dem Bewohner:innen mitarbeiten, eine Wäscherei und Beschäftigungsangebote. Besonders beeindruckt hat ihn die Villa Luise mit ihrer künstlerischen Arbeit und den Kooperationen mit Galerien in Braunschweig – als Fan moderner Kunst fand Friedrich Ley das großartig. Nachmittags tauschte er sich mit Markus Eckhoff, Geschäftsführer der Neuerkeröder Wohnen und Betreuen, aus.
Die Woche endete für Friedrich Ley wieder mit einer Mitarbeitendenparty. 1.000 Mitarbeitende der esn feierten gemeinsam und luden Friedrich Ley ein, Teil der Feier zu sein. Er wurde wie ein guter Freund begrüßt, fühlte sich sofort willkommen und traf dort viele bekannte sowie neue Gesichter.
Wie hast du dich in der Woche aufgenommen und integriert gefühlt?
Ich fühlte mich vom ersten Moment an herzlich und familiär aufgenommen — fast wie zuhause: persönliches Begrüßungspaket, ein eng getakteter, gut vorbereiteter Ablauf und offene Gespräche bis hinein in Vorstandssitzungen. Die Gastfreundschaft war überwältigend. Wie, wenn ein Gast kommt, von allen überschwänglich begrüßt wird, zu Tisch gebeten wird und die Schwiegermutter aus einem anderen Landesteil extra anreist, nur um „Hallo“ zu sagen — das zeigt, wie sehr man hier verbunden ist. Insgesamt erlebte ich ehrliche Transparenz, kollegiale Wärme und echte Einbindung.
War KGU während deiner Hospitation auch ein Thema?
Während meiner Hospitation habe ich von uns als Dachstiftung und kollegial geführtem Unternehmen (KGU) berichtet — das stieß auf großes Interesse. Obwohl Neuerkerode selbst kein KGU-Modell hat, beeindruckte mich besonders die offene, transparente und vertrauensvolle Zusammenarbeit: Controlling, Fachbereiche und Vorstand führen ehrliche, vielschichtige Gespräche über Herausforderungen und Steuerungsmechanismen. Das wirkt nicht inszeniert, sondern warm und authentisch und schafft Raum, auch schwierige Themen offen anzusprechen.
Welches Lied würde zu deinen Eindrücken der Woche passen?
Das wäre das Lied von Lady Gaga und Bradley Cooper: Shallow.
Hannover
Die Woche startete in Hannover beim ZEB (Zentrum für Erwachsenenbildung) der DiaCampus mit einem Kennenlernspiel, bei dem jede Person drei Dinge über sich nannte, von denen eines erfunden war. Das Spiel sorgte für viele Schmunzler und überraschende Anekdoten. So erfuhren die Kolleg:innen zum Beispiel, dass Friedrich Ley zwar gerne spazieren geht, der Hund aber frei erfunden war.
Im Anschluss wurden ihm die Zusammenhänge des ZEB, die Historie und das Team vor Ort vorgestellt. Dabei wurde nochmal deutlich, welche wertvolle Gelegenheit der Roadtrip bietet, nicht nur Kolleg:innen kennenzulernen, sondern auch konkrete Herausforderungen vor Ort mitzubekommen.
Am Nachmittag besuchte Friedrich Ley eine Tagesgruppe auf dem Gelände des Stephansstifts. Er erlebte, wie Kinder und Fachkräfte gemeinsam Gruppensitzungen durchführten. Besonders beeindruckend war, dass die Sitzung von einem der Kinder moderiert wurde. Während die Kinder auf dem Spielplatz spielten, nutze Friedrich Ley die Gelegenheit, die begleitenden Fachkräfte intensiver kennenzulernen und mehr über ihre Motivation und ihre Herausforderungen zu erfahren.
Der Besuch war ein persönlicher und praxisnaher Einblick in die Arbeit am Standort. Viele Begegnungen und Gespräche lieferten wertvolle Eindrücke und offene Fragen sind direkt sichtbar geworden.
Kästorf
Der Dienstag begann mit einem Einführungsgottesdienst in der Lazarus‑Kirche am Standort Kästorf, den Friedrich Ley gemeinsam mit dem kaufmännischen Vorstand Jens Rannenberg und Kolleg:innen der Theologischen Unternehmenskommunikation gestaltete. Zusammen Gottesdienst zu feiern, die neuen Mitarbeitenden zu begrüßen und mehr über ihre unterschiedlichen Arbeitsbereiche zu erfahren, ist für Friedrich Ley immer wieder eine besondere Erfahrung. Bereichernd war für ihn vor allem der Austausch darüber, woher die Menschen kommen und was sie motiviert, in der Diakonie anzufangen. Zum Abschluss erhielten die neuen Mitarbeitenden einen Segen.
Am Nachmittag stand das 100‑jährige Jubiläum des Hagenhofs im Mittelpunkt — einer Einrichtung der Eingliederungshilfe (SGB IX) mit unterstützender Wohnform für Menschen mit psychischer Beeinträchtigung. Die Einrichtungsleitung, Ines Daniela Beyer, hielt eine sehr bewegende Rede. Im Anschluss berichtete Jens Rannenberg über die lange Geschichte des Hagenhofs. Es war eine rundum gelungene Veranstaltung, bei der Friedrich Ley viele Bewohner:innen, Mitarbeitende sowie Kooperationspartner:innen kennenlernen und Einblicke in die Arbeit der Einrichtung gewinnen konnte.
Braunschweig
Am Mittwoch fand in Braunschweig die große Teamrunde der DWB (Diakonische Gesellschaft Wohnen und Beraten) statt. Mitarbeitende aus den Tagestreffs, den ambulanten Einrichtungen und der Streetwork stellten ihre Arbeit vor. Deutlich wurde dabei, dass die Angebote nicht nebeneinander bestehen, sondern ein enges, vernetztes Hilfesystem bilden. Ehrenamtliche und Freiwillig Engagierte sind fest eingebunden und koordinieren zusammen mit weiteren Akteur:innen eine bedarfsgerechte soziale Versorgung im Quartier. In der Vorstellungsrunde wurde sichtbar, wie praxisnah und menschenorientiert die Teams arbeiten: Die Mitarbeitenden identifizieren sich stark mit ihren Aufgaben, arbeiten sehr professionell – sind aber immer auch persönlich stark gefordert. Als konkrete Herausforderungen benannten die Teilnehmenden unter anderem die Suche nach geeigneten Räumen, etwa für den Tagestreff Iglu.
Zur Mittagszeit feierte der Stadtteilladen West im Madamenhof in Braunschweig sein Jubiläum. Der Madamenhof, ein Gemeinschaftsprojekt mit der Braunschweiger Diakonie, setzt sich aktiv für die Integration benachteiligter Menschen im Quartier ein und ist als Treffpunkt mit Veranstaltungen und Begegnungsmöglichkeiten fest im Stadtteil verankert. Deutlich wurde die starke Verzahnung von Kirche und Diakonie — sichtbar durch finanzielle Hilfen und Sachspenden der Kirchengemeinden — sowie die bedeutsame Unterstützung der Dachstiftung, die Praxisprojekte überhaupt erst möglich macht. Für Friedrich Ley wurde bei diesem Besuch die Maxime „Kirche nicht ohne Diakonie und Diakonie nicht ohne Kirche“ anschaulich.
Kästorf
Nach dem Pressetermin zum Entenrennen machte Friedrich Ley erneut Station am Hagenhof in Kästorf. Dort nahm sich das Team Zeit, ihm Einblick in ihre Arbeit zu geben: was sie motiviert, welche Fragen sie bewegen. Bei der gemeinsamen Begehung der Gebäudeteile gewann Friedrich Ley wertvolle Eindrücke darüber, was an dem jeweiligen Standort nötig ist und welche Fragestellungen in den nächsten Jahren zu bearbeiten sein werden.
Sowohl die Jubiläumsfeier als auch der Austausch am nächsten Tag zeigten, dass das Team vor Ort durch fachliche Kompetenz, Einfühlungsvermögen und starkes Engagement ermöglicht, dass Menschen mit psychischer Beeinträchtigung nicht nur eine Unterkunft finden, sondern eine unterstützende Gemeinschaft erfahren können.
Hannover
Der Donnerstag startete mit einem Besuch des Diakonie-Kollegs in Hannover. Zusammen mit Jana Kaufmann, stellv. Schulleiterin, schaute Friedrich Ley bei einer Erzieher:innenklasse vorbei, lernte ein Teil des Teams vor Ort kennen und bekam durch Tobias Fink, den Schulleiter, einen guten Überblick über das Kolleg. In einem ausführlichen Gespräch ging es um die Struktur, Finanzierung und die rechtlichen Rahmenbedingungen der Ausbildung – außerdem um die Bildungsarbeit auf dem Campus. Danach traf Friedrich Ley Kristina Wollnik-Hagen, die als Pastorin und Seelsorgerin arbeitet und eng mit der Schulsozialarbeit vernetzt ist. Auch sie gab spannende Einblicke in ihre Arbeit und die Herausforderungen, denen sie begegnet. Zum Schluss begleitete Friedrich Ley die Kollegin Britta Laing in den Unterricht der Pflegeausbildung.
Nachmittags lernte er das Handlungsfeld „Pflege und Wohnen“ kennen. Verschiedene Standorte aus dem Handlungsfeld stellten sich vor — teils vor Ort, teils per Videocall. Er bekam so einen guten Einblick in die Quartiere, die Einbindung der DSK (Diakonische Servicegesellschaft Kästorf) in das Handlungsfeld, die Quartiersarbeit und das Zusammenspiel der Einrichtungen im Quartier. Warum das Handlungsfeld „Pflege und Wohnen“ heißt und nicht nur „Pflege“, wurde bei der Vorstellung noch einmal deutlich. Für Friedrich Ley war klar: Es geht nicht nur um klassische Pflege, sondern darum, passend zu prüfen, welche Form von Unterstützung und welche Wohnform nötig sind, damit Menschen möglichst selbstständig leben können. Ziel ist nicht, Menschen in der stationären Versorgung zu binden, sondern individuelle, selbstbestimmte Lösungen zu finden.
Hannover
Der Freitag begann mit einem Treffen mit Superintendentin Meike Riedel — eine schöne Gelegenheit, auf dem Roadtrip auch kirchliche und politische Kooperationspartnerinnen und -partner der Dachstiftung kennenzulernen und in Kontakt zu treten. Die Gespräche waren konstruktiv und boten Einblicke in aktuelle Projekte und gemeinsame Interessen.
Am Abend nahm Friedrich Ley am Empfang für Ehrenamtliche im neuen Festsaal des ZEB teil, organisiert vom Bezirksrat Buchholz‑Kleefeld. Dort stellte er auch kurz die Dachstiftung vor. Der Festsaal und das Catering wurden oft gelobt, und nach dem offiziellen Teil blieb viel Zeit für die Gespräche und Austausch. Bezirksbürgermeisterin Belgin Zaman betonte bei der Verabschiedung von Hans‑Peter, dass sie sich auch künftig einen engen Austausch mit dem neuen Theologischen Vorstand wünscht — eine gute Gelegenheit, diesem Wunsch direkt nachzukommen.
Wenn du etwas sofort verändern könntest, was wäre das?
Ich würde dem Tagestreff Iglu sofort neue, zentrale Räumlichkeiten in der Innenstadt von Braunschweig zur Verfügung stellen. Das Angebot ist dringend: Der Tagestreff ist mehrfach umgezogen und aktuell zu klein, um den gewachsenen Bedürfnissen gerecht zu werden. Ein neuer Ort an zentraler Stelle würde ermöglichen, Menschen warmen Rückzugsraum, Duschen, Wäschemöglichkeiten und Kleidung anzubieten sowie bei Hitze- und Kältefällen Schutz zu leisten.
Du hast auf deinem Roadtrip schon viele verschiedene Bereiche und Menschen kennengelernt. Was ist eine wichtige Erkenntnis, die du schon jetzt daraus ziehen kannst?
Diese Begegnungen haben mir wertvolle Einblicke in die vor Ort verfügbaren Ressourcen und in die Fragestellungen vermittelt, die in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen werden.
Die Treffen haben deutlich gemacht, wie viel Engagement in den Standorten steckt: Ich treffe immer wieder Menschen, die sich stark mit ihrer Arbeit identifizieren, nah an den Betroffenen arbeiten, politisch interessiert sind und die entscheidenden Strukturfragen ihrer Themenfelder genau kennen. Sie wissen, wo es derzeit hakt, und erkennen zugleich Chancen, die sich nutzen lassen. Nichts bleibt unversucht — alle setzen sich mit Nachdruck dafür ein, gute Schritte für die Betroffenen und die uns anvertrauten Menschen zu gehen.
Die erste Woche mit unserem neuen Theologischen Vorstand Friedrich Ley war ein bunter, intensiver Start: von persönlichen Begegnungen über fachliche Einblicke bis hin zur großen Mitarbeitenden-Feier zum Abschluss. Er ist an verschiedene Standorte gefahren, hat sich Zeit genommen, Menschen und ihre Arbeit wirklich kennenzulernen. Hier die Highlights — persönlich, nahbar und mit ein paar Eindrücken, die hängen bleiben.
Als kollegial geführtes Unternehmen (KGU) legen wir Wert auf Nähe, Offenheit und direkte Zusammenarbeit. Deshalb verwenden wir in diesem Bericht die Vornamen unserer Kolleg:innen.
Wolfenbüttel
Der Montag begann mit der Einführung der neuen Mitarbeitenden unter dem Motto „Alles neu“. Ein schönes Bild: Friedrich Ley startete gemeinsam mit den Neuen in eine frische Etappe — ein Einstieg, der verbindet. Beim gemeinsamen Mittagessen wurde deutlich, wie viele verschiedene Handlungsfelder in der DD zusammenkommen.
Am Nachmittag führte ihn der Rundgang über das Gelände Am Exer, danach ein kurzer Einblick ins Diakonie-Kolleg mit praktischen Einblicken in den Unterrichtsbetrieb (Erzieherausbildung und Pflege) — ein rundum gelungener Tag mit einem sehr positiven Gesamteindruck.
Abends besuchte Friedrich die Wohngruppe Momentum. Dort erlebte er hautnah, wie intensivtherapeutische Arbeit für Kinder mit schweren psychischen Belastungen aussieht. Er aß mit, verbrachte Zeit mit den Kindern und nahm an einer Geburtstagsfeier teil. Eindrucksvoll war für ihn, mit welchen schweren „Päckchen“ die Kinder kommen — und mit wie viel Verständnis, Empathie und liebevoller Zuwendung die Fachkräfte sie begleiten.
Kästorf
In Kästorf stand die Betriebswirtschaft im Mittelpunkt: Vier Sessions à 90 Minuten gaben Friedrich fundierte Einblicke in Finanzplanung, Buchhaltung, Fördermittel und Controlling. Die Gespräche waren sehr anspruchsvoll und informativ; am Abend sortierte er seine Notizen und merkte schmunzelnd, dass er an der ein oder anderen Stelle noch eine „Extrastunde“ gebrauchen könnte. Lernen hört eben nie auf.
Im Laufe der Woche war Kästorf eine weitere Station. Hier traf er das Team um Geschäftsführerin Jessica Ramge und Architekt Stefan Gottschlich zu einem virtuellen Rundgang durch die Liegenschaften und Gebäude der Dachstiftung Diakonie. Sie berichteten über laufende Bauprojekte — unter anderem das Grüne Viertel Stephansstift — und erklärten die Arbeit rund um die Liegenschafts- und Immobiliengesellschaften in der Dachstiftung - Vicinitas Diakonische Quartiersentwicklung gGmbH (VDQ) und Petres Immobilienverwaltung gGmbH (PIV).
Braunschweig
In Braunschweig besichtigte Friedrich die Liegenschaften Im Jödebrunnen und das sanierte Hauptquartier der DWB. Dort bekam er einen intensiven Eindruck von der Arbeit und den Strukturen vor Ort.
Ein Special Opening bekam Friedrich in das Projekt Rosenweg 76: eine intensive, emotional durchdachte Ausstellung, die in ein häusliches Setting eintritt und die Facetten häuslicher Gewalt sowie ihre Auswirkungen auf Familienmitglieder verständlich macht. Die Darstellung war bis ins Detail liebevoll umgesetzt — eine eindrückliche Möglichkeit, sich in Betroffene hineinzuversetzen und die Komplexität des Themas zu begreifen. Ein beeindruckendes Projekt. Der Besuch lohnt sich!
Zwischendurch machte Friedrich einen Abstecher nach Wolfenbüttel zur Einweihung des Neubaus „Tagestreff und Ambulante Hilfe“ — ein Ort, der Menschen in Wohnungsnot unterstützt und einen sicheren Treffpunkt sowie Beratung bietet.
Die Woche endet laut — MA-Party mit 750 Kolleg:innen
Als krönender Abschluss feierten 750 Kolleg:innen der Dachstiftung gemeinsam: Bühne, Stimmung, Energie. Ein Ausdruck dessen, wie lebendig und verbindend unsere Gemeinschaft ist.
Welcher Einblick in die Arbeit unserer Kolleg:innen ist bei dir besonders hängen geblieben und warum?
Ich durfte viele unterschiedliche Einblicke in die unterschiedlichen Handlungsfelder kennenlernen, die alle bei mir hängen geblieben sind bzw. es in mein Notizbuch geschafft haben. Hautnah und mittendrin konnte ich zum Beispiel bei den Kolleg:innen Hanna und Steffi in der Wohngruppe Momentum erleben wie mit schwierigen Situationen zugewandt und liebevoll umgegangen wird. Als eines der Kinder starke Gefühlsausbrüche hatte, war ich beeindruckt von der Ruhe und inneren Haltung, mit der sie das Kind aufgefangen und begleitet haben. Diese Mischung aus Professionalität, Empathie und klarer Haltung hat mich sehr berührt und diese sehe ich in vielen Bereichen der Dachstiftung wieder und schätze die Arbeit in besonderer Weise.
Welche unerwartete Hilfe oder Unterstützung hast du diese Woche erlebt?
Ich habe in dieser Woche viele Kolleg:innen in direkten Begegnungen kennengelernt, das war spannend. Und überall traf ich auf echtes Interesse und Hilfsbereitschaft. Besonders liebenswürdige Unterstützung erfahren habe ich durch Nadine aus der DWB: AM Freitag plagten mich heftige Rückenschmerzen. Ich konnte mich kaum bewegen. Nadine hat mir regelmäßig ein Wärmekissen gebracht, damit ich für die große Party am Abend noch einigermaßen einsatzbereit war.
Welcher Moment oder welche Anekdote der Woche zeigt am besten, wie wir hier arbeiten?
Im Grunde waren es die vielen Begegnungen: die Offenheit, die Gespräche, das Engagement. Überall begegnet mir eine Haltung, die sagt: „Wenn schon, dann richtig“ — kein Mittelmaß, sondern volle Leidenschaft für die Arbeit. Diese ansteckende Energie, die ich in den Gesprächen und beim gemeinsamen Tun erlebt habe, steckt an und diese nehme ich mit in die nächsten Wochen.
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