Die Kreisarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (KAG) Gifhorn spricht sich klar gegen Abschiebungen nach Syrien aus. Aus ihrer täglichen Arbeit mit Geflüchteten wissen die Verbände: Betroffene wären dort weiterhin erheblichen Gefahren ausgeliefert.
Seit der Machtübernahme des früheren Al-Qaida-Chefs al-Scharaa (ehemals al-Golani) im Dezember 2024 hat sich die Sicherheitslage in Syrien keinesfalls verbessert. Besonders bedroht sind Minderheiten wie Christinnen und Christen, Kurdinnen und Kurden, Alawitinnen/Alawiten und Drusinnen und Drusen, wie jüngste Massaker in der Provinz as-Suwaida zeigen. Auch nach dem offiziellen Ende des Bürgerkriegs bleibt das Land für viele Menschen unsicher. Aktuelle Eindrücke von Außenminister Johann Wadephul bestätigen: In Städten wie Damaskus ist ein Leben in Würde für viele kaum möglich.
Im Landkreis Gifhorn betreuen Wohlfahrtsverbände zahlreiche syrische Geflüchtete und erleben, wie junge Menschen – trotz erfolgreicher Integration und dringend benötigter Berufsausbildungen zum Beispiel als Kraftfahrer oder im Handwerk – immer häufiger Abschiebebescheide erhalten. Ähnliche Fälle werden auch durch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und die Arbeiterwohlfahrt (AWO) berichtet: Betroffen sind oftmals diejenigen, die in Arbeit, Ausbildung oder festem Wohnsitz am leichtesten greifbar sind.
Dr. Jens Rannenberg, Vorsitzender der KAG, fordert deshalb einen sofortigen Abschiebestopp nach Syrien sowie eine zügige Anerkennung der Asylanträge für schutzbedürftige Personen. „Zwangsweise Abschiebungen sind zurzeit unmenschlich. Die Unterstützung von Wiederaufbau und freiwillige Rückkehr sollten im Mittelpunkt stehen.“
Zur Kreisarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege Gifhorn gehören die AWO, der Caritasverband, das DRK, das Diakonische Werk und der Paritätische Wohlfahrtsverband.
