100 Boote – 100 Millionen Menschen: Die Flüchtlingsunterkunft der Diakonie Kästorf nimmt am AWO-Projekt teil

Ein Zeichen an die Politik: Das soll das bundesweite AWO-Projekt "100 Boote – 100 Millionen Menschen" werden. Auch rund 25 Bewohner:innen der Flüchtlingsunterkunft auf dem Kästorfer Gelände haben seit Januar eines der 100 Papierboote bemalt, die den Kern dieses Projekts bilden. Dabei repräsentieren die Bilder und die Farben auf dem festen Papier, die Länder, aus denen sie geflüchtet sind.

Organisiert wurde das Projekt von der AWO Ehrenamtsakademie in Sachsen-Anhalt, die zum 20. Juni – dem Weltflüchtlingstag – in Berlin ein Zeichen setzen will. Vor dem Bundestag sollen 100 Boote aufgestellt werden –  gestaltet von Menschen mit Fluchthintergrund – um Politiker:innen und Bürger:innen auf die Situation der Flüchtlinge aufmerksam zu machen. Anschließend sollen die Boote versteigert werden. Die Einnahmen gehen an Projekte, die Flüchtlinge unterstützen.

In Kooperation mit der Diakonischen Gesellschaft Wohnen und Beraten, die die Flüchtlingsunterkunft auf dem Gelände der Diakonie in Kästrof betreibt und  25 dort lebenden Menschen mit Fluchterfahrung ist in den letzten Wochen das fünf Meter lange Papierboot gestaltet worden, auch unter Anleitung der Sozialpädagoginnen der Stationären Flüchtlingshilfe Kästorf Caroline Nguyen, Hanni Aroubate und Mailin Schacht. 

"Es geht auch um das Zusammenkommen", erzählt Peggy Bellmann. Die Sozialpädagogin des AWO-Beratungszentrums hat den Kontakt zwischen der AWO und der Dachstiftung Diakonie hergestellt. "Es ist wichtig, dass wir das Boot hier vor Ort gestalten", fährt sie fort. "Dass eine Verbindung unter den Menschen entsteht und sie ihre Sorgen, Ängste und Hoffnungen ausdrücken können.“ Die Stimmung während den Zusammentreffen war ausgelassen und entspannt, berichtet sie. Es wurde viel geredet und Musik gehört.

Am 21. März war es so weit: Das Boot war fertiggestellt. Im Begegnungszentrum neben der Lazarus-Kirche auf dem Gelände der Diakonie Kästorf fanden sich sämtliche Beteiligte zusammen. Noch schnell wurde das Boot von den erwachsenen Beteiligten signiert, dann kletterten die sechs Kinder – die ebenfalls tatkräftig am Boot mitgestaltet hatten – in das Boot hinein und schrieben ebenfalls ihre Namen auf das Papier.

 Im Inneren des Bootes ist eine einheitlich grüne Wiese gemalt – ein starker Kontrast zu dem bunten Äußeren. "Was außen unterschiedlich ist, ist innen drin verbunden", erklärte Peggy Bellmann. Wenn sich die verschiedensten kulturellen, religiösen und weltanschaulichen Perspektiven, die durch Flaggen und Symbole an der Außenseite des Bootes dargestellt sind, verbinden, dann können neue Lebensorte erblühen und lebenswert gemeinsam gestaltet werden – dafür steht die Blumenwiese im Inneren des Bootes. 
Anschließend wird die Reise des Bootes nach Braunschweig weitergehen, ehe es Ende Mai nach Berlin gebracht wird.

Mehr Informationen zu dem Projekt finden Interessierte auf der Social-Media-Plattform Instagram unter dem Profil „awo_100_boote“ oder unter dem Hashtag #100boote. Auch eine Besichtigung des Bootes ist möglich. Terminanfrage sind per E-Mail an Peggy Bellmann zu richten: peggy.bellmann@awo-bs.de.  
 

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