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Im Aufbau: das digitale Bildarchiv

In einer grauen Schachtel befinden sich sieben unscheinbare Foto-Negative. Felix Kleefeldt, Mitarbeiter im Archiv der Dachstiftung Diakonie, entnimmt eines davon. Das Negativ wird mittels eines Handblasebalgs von Staub befreit und auf einen Foto- und Dia Scanner gelegt. Erst jetzt, nach dem Scannen,  präsentiert sich die Aufnahme in ihrem vollen Detailreichtum.

Unter starker Vergrößerung der Luftaufnahme aus dem Jahr 1956 lässt sich nun erkennen, wie das Gelände der Diakonie Kästorf damals ausgesehen hat. Neben dem Karl-Fiesel-Haus  ist ein längst abgerissenes Wirtschaftsgebäude zu erblicken, über die Hauptstraße fegt eine Luxuskarosse der 1950er Jahre. Ein kurzes Schwelgen in Nostalgie, dann wird die Datei gespeichert und mit den wichtigsten Informationen verzeichnet.

Beachtliche Foto- und Diasammlung

Das Archiv der Dachstiftung Diakonie am Standort in Gifhorn-Kästorf beherbergt neben grundlegenden Unterlagen über die Unternehmensgeschichte der Diakonie Kästorf und des Stephansstifts eine beachtliche Foto- und Diasammlung. Die Sammlung umfasst einige Tausend Fotos, Dias und Negative. Außerdem rund 400 Glasplattendias, angefertigt in den Jahren 1900-1930.

Das Interesse an dieser Sammlung ist zwar groß, aber die Qualität der Originale leidet bei jedem Zugriff, auch die Raumbedingungen sind nicht optimal: Die archivarische Lagerung erfordert neben einer konstanten Temperatur und Luftfeuchtigkeit eine möglichst vorsichtige Benutzung, die in der Vergangenheit nicht immer gegeben war. Zum Teil sind Dias zerkratzt und Fotos durch Lichteinwirkung verblichen, anderswo lösen sich Beschichtungen und Bilder kleben aneinander.

Bewahrung für die Zukunft

Ziel eines im Oktober 2021 gestarteten Digitalisierungsprojekts ist es, die bedeutende Foto- und Diasammlung der Dachstiftung Diakonie durch Digitalisierung vor dem Verlust zu bewahren und allen, die ein berechtigtes Interesse haben, die Motive in einer digitalen Bilddatenbank zur Verfügung zu stellen. Nachdem der Scanprozess abgeschlossen ist, werden die Bilder verzeichnet und für die Langzeitlagerung archivgerecht verpackt. Eine manuelle Benutzung ist nun nicht mehr nötig und kann vermieden werden. Außerdem lassen sich die Bildbestände nun viel besser überblicken.

Dies passt gut in die digitale Strategie der Dachstiftung Diakonie. Neben der Möglichkeit, Digitalisate online zu betrachten, soll unter Berücksichtigung der pandemischen Umstände für Besucherinnen und Besucher auch die Möglichkeit geschaffen werden, vor Ort Recherchen durchzuführen und den Bestand einzusehen.

Die bis Februar 2022 befristete Stelle im Archiv und die Anschaffung von Sachmitteln konnte mittels Förderzuwendungen durch das Digitalprogramm „WissensWandel“ geschaffen werden. Besonders der Leiter der Historischen Kommunikation, Dr. Steffen Meyer, freut sich über die Zuteilung der Fördermittel: „Dadurch  können wir die Foto- und Diasammlung der Dachstiftung Diakonie für ein breites Publikum öffnen und gleichzeitig die sensiblen Originale schützen, einfach klasse.“

Das Archiv der Dachstiftung Diakonie freut sich über die Aufnahme in das Förderprogramm „WissensWandel. Digitalprogramm für Bibliotheken und Archive innerhalb von Neustart Kultur“. Mit diesem Programm unterstützt der Deutsche Bibliotheksverband (dbv) Bibliotheken und Archive bei ihrer digitalen Weiterentwicklung. Das Programm ist Teil des Rettungs- und Zukunftsprogramms NEUSTART KULTUR der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Das Programm soll einen Beitrag dazu leisten, die Folgen der Corona-Pandemie für Bibliotheken und Archive zu mildern. 

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Dr. Steffen Meyer
Unternehmenskommunikation / Historische Kommunikation
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