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Dialog im Dunkeln – die etwas andere Klassenfahrt nach Hamburg

Im Rahmen unserer Hospitationstage haben wir, die Altenpflegeklasse 3, im Febraur 2020 den „Dialog im Dunkeln“ in Hamburg besucht. Auf ganz praktische Weise wurde uns dabei der Alltag nichtsehender Menschen nahegebracht, indem wir quasi die Rollen tauschten: eine sehr eindrucksvolle Erfahrung!

Gestartet sind wir morgens um 9.27 Uhr vom Hauptbahnhof Hannover. Vor uns lag eine zweieinhalbstündige Zugfahrt, die mit ganz viel Spaß und guter Laune schnell vorbei war. In Hamburg angekommen, sind wir durch die Speicherstadt zur Elbphilharmonie marschiert. Es folgte ein gemeinsames Mittagessen. Gut gestärkt ging es dann zu unserem eigentlichen Ziel, dem „Dialog im Dunkeln“.

 

„Dialog im Dunkeln“ – was ist das?

Dialog im Dunkeln ist ein Social-Franchise-Produkt der Dialogue Social Enterprise GmbH. Das Ziel ist es, sehenden Menschen den Alltag  der Nichtsehenden nahe zu bringen. Man wird von Blinden oder Sehbehinderten mit einem Blindenstock durch die Ausstellung geführt. In voller Dunkelheit muss man alltägliche Situationen bewältigen, z. B. das Überqueren einer Straße oder den Besuch in einem Café. In Hamburg gibt es neben dem „Dialog im Dunkeln“ noch den „Dialog im Stillen“, der die Welt der Gehörlosen nahebringt. (Vgl. Einmal die Welt wechseln: Ausstellungen mit Perspektivwechsel – dialog-in-hamburg.de)

 

Unsere Eindrücke

Nadine: „Ich habe mich sehr auf den Ausflug nach Hamburg gefreut, weil ich sehr neugierig darauf war, was mich bei der Führung durch den "Dialog im Dunkeln" erwartet. Ich hatte keine Vorstellung, wie es ist, wirklich nichts zu sehen. Es war wirklich erschreckend, dass es bei der Führung dann so dunkel war, dass ich nicht einmal meine eigene Hand vor Augen sah. Doch es war auf jeden Fall eine Erfahrung wert und ich habe sehr viel Positives davon mitgenommen.“

 

Rukhshona: „Diese Reise war ungewöhnlich, emotional und sehr interessant für mich. Ich hatte viele Gefühle gleichzeitig: Angst, das Bedürfnis nach Orientierung, Unsicherheit und Freude. Ich hätte nicht gedacht, dass es nicht so einfach und so beängstigend sein könnte.“

 

Setareh: „Es war für mich das ungewöhnlichste Erlebnis bisher. So eine Art Dunkelheit kannte ich zuvor nicht, die absolute Dunkelheit“.
 

Galya: „Vor unserem Besuch in Hamburg wussten wir nicht wirklich, was uns dort erwartet, wir hatten keine Ahnung, was wir sehen, fühlen, erleben und lernen werden. Als wir den Raum mit Blindenstöcken betraten, war es dort wirklich dunkel. Wir fühlten Angst, Unsicherheit, Hilflosigkeit, aber wir haben uns völlig in die Hände unseres blinden Führers gegeben. Wie blinde Menschen leben, einkaufen, die Straße überqueren oder eine Bar besuchen und auf welche Schwierigkeiten sie stoßen, kaum einer von uns hat vorher darüber nachgedacht. All das konnten wir fühlen und selbst erleben. Es war sehr interessant und aufregend.“
 

Denise: „Der Dialog im Dunkel war eine sehr schöne Erfahrung für mich. Es war am Anfang sehr ungewohnt und beängstigend, weil es so dunkel war. Aber es ist eine Erfahrung wert, die jeder einmal ausprobieren sollte.“
 

Steffi: „Im Vorfeld war mir nicht bewusst, was eigentlich „Dialog im Dunkeln“ konkret bedeutet und was mich erwartet. Seien wir mal ehrlich: Was denkt man schon bei ‚Reden im Dunkeln‘? – Eine laue Sommernacht draußen in Dunkelheit?
Meine Erwartungen wurden total übertroffen, sodass ich jetzt weiß, was Blindsein für einen Menschen bedeutet. Diese Erfahrung hat mein Leben bereichert und jetzt weiß ich, wie sich die Welt für einen blinden Menschen anfühlt,  mit allen Hürden des Alltags.“

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