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Tierische Unterstützung

Tiere in der Pädagogik schaffen Vertrauen, geben Wärme und vermitteln Sicherheit und Geborgenheit. Sie sind immer authentisch und nehmen jeden so wie er kommt. In der Wahlgruppe „Tiergestützte Pädagogik“ haben wir uns daher mit dem Thema befasst, gemeinsam mit Tieren zu arbeiten und zu lernen.

Hannah P.

 

Als sogenannte Wahlgruppe haben wir uns im ersten Jahr der Fachschule Sozialpädagogik (FSP1) zum Thema Tiergestützte Pädagogik zusammen gefunden, um zu erforschen, wie wir den positiven Einfluss von Tieren in unsere Arbeit mit Menschen einbeziehen können. Denn tiergestützt arbeiten kann man mit jedem Menschen von groß bis klein – unabhängig vom Alter oder einer Problematik. Häufig ist diese Art der sozialpädagogischen Arbeit aber eine ganz neue Erfahrung, gerade auch für Kinder und Jugendliche.

 

Erste praktische Erfahrungen

Fundament dieser Arbeit ist die Mensch-Tier-Beziehung. Am Wichtigsten ist daher:

Das Tierwohl steht an erster Stelle!

Im Zuge unseres praktischen Unterrichts haben wir die Einrichtung NaTiMe (Natur-Tier-Mensch) auf dem Gelände des Stephansstifts besucht. Dort wird auch tiergestützt gearbeitet. Als tierische Unterstützer sind dort tätig: Hund Matti und vier Ziegen. Bei NaTiMe geht es darum, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene vom positiven Einfluss der Tiere profitieren.

So kann Matti etwa dabei helfen, aufgeregte Kinder zu beruhigen oder in sich gekehrte Menschen redseliger zu machen. Im Allgemeinen helfen Hunde, Glücksgefühle zu entwickeln. Aber auch, Verständnis für sich und seine Umgebung besser zu entwickeln. Ziegen sind sehr sensible Tiere und merken sofort, wenn etwas komisch ist. Sie spiegeln die Gefühle der Menschen in ihrer Umgebung wider.

 

Die Ausbildung

Ein Tier muss nicht speziell ausgebildet sein, um mit Menschen zu arbeiten, die Fachkraft aber schon. So muss die Fachkraft unter anderem in der Lage sein, die eingesetzten Tiere zu kennen und einzuschätzen, um weder das Wohl des Tieres noch das des Menschen zu gefährden.

Wir durften als Lerngruppe praktisch mit den Tieren in Kontakt treten. So hat uns der Hund Matti bei unserem Aufenthalt begleitet. Sofort war ein anderes Lernklima spürbar. Mit Flocke, einer der vier Ziegen, haben wir einen Waldspaziergang gemacht und jeder konnte sie einen Augenblick führen. Das Interessante daran: Für jeden von uns war es eine andere Erfahrung und wir konnten sehen, dass sich Flocke an demselben Tag, bei demselben Spaziergang unterschiedlich verhielt.

Das Verhalten änderte sich von Person zu Person!

Ihr Verhalten war tatsächlich abhängig davon, wer sie gerade führte! Das zeigt, wie sensibel die Tiere auf unterschiedliche Menschen reagieren.

Die Zeit mit den Tieren haben wir sehr genossen und nehmen wichtige Erkenntnisse im Bezug auf unsere zukünftige Arbeit mit Kindern mit.

 

Wahlgruppe „Tiergestützte Pädagogik“ am DKH

Zum ersten Mal konnte ich in diesem Schuljahr in der Fachschule Sozialpädagogik eine Wahlgruppe „Tiergestützte Pädagogik“ anbieten. Doch, wie alles in diesem Jahr, stellte Corona auch die eigentlich jahrgangsübergreifende Arbeit in Wahlgruppen ziemlich auf den Kopf ... Um den Schüler*innen trotz Corona eine Wahlgruppe anbieten zu können, entschieden wir uns kurzerhand, die beteiligten Klassen getrennt zu unterrichten. Was zunächst eine Herausforderung war, erwies sich recht schnell als sehr positiv. So hatten die Schüler*innen die Möglichkeit, in Halbklassenstärke intensiv, theoretisch und praktisch in die Thematik einzutauchen.

Zu Beginn setzten uns mit unserer eigenen Biografie und der Bedeutung von Tieren und Natur in unserem Leben auseinander. Wir erarbeiteten aber auch die Grundlagen der Mensch-Tier-Beziehung und nahmen die entsprechenden Wirkmechanismen unter die Lupe.

Ganz besonders werden sicherlich allen beteiligten Schüler*innen unsere Einheiten mit Susanne und Lara von NaTiMe (Natur–Tier–Mensch Tiergestützte Pädagogik im Stephansstift) in Erinnerung bleiben: Susanne ermöglichte uns einen tollen Einblick in die Praxis. So konnten die Schüler*innen nicht nur von ihren Erfahrungen profitieren, sondern auch Selbsterfahrungen mit dem Golden Retriever Matti und den vier Ziegen sammeln. Ganz herzlichen Dank noch einmal an dieser Stelle! Ich hoffe sehr, dass wir diese Zusammenarbeit auch zukünftig fortführen.

Imke B.-B. (Lehrkraft, Fachkraft für Tiergestützte Intervention)

 

 

Foto: Imke B.-B.
Foto: Hannah P.
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