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Kindern beim Lernen helfen, ihre Entwicklung unterstützen und begleiten: So sieht Kayi H. ihre Aufgabe als künftige Erzieherin. Die Ausbildung macht sie berufsbegleitend, so kann sie weiterhin als Sozialpädagogische Assistentin in einer Krippe Geld verdienen und sich zudem um ihre drei eigenen Kinder kümmern. Die sind jetzt allerdings schon recht selbstständig, darum hat sich Kayi mit 42 Jahren zur Erzieherinnen-Ausbildung entschlossen.

Aufgewachsen ist Kayi im westafrikanischen Togo, in der Hauptstadt Lomé. Als sie ganz klein war, lebte die Familie fünf Jahre in London, weil ihr Vater in der Botschaft arbeitete. In Lomé wohnten Kayi, ihre Eltern, zwei Schwestern und ein Bruder mit anderen Verwandten zusammen in einem großen Haus – da ging es immer sehr lebhaft zu. Ihre kleinen Neffen waren die ersten Kinder, denen Kayi beim Lernen half.

Als sie auf dem Gymnasium ihren späteren Mann kennenlernte, war der bereits entschlossen, sein berufliches Fortkommen in Deutschland zu suchen. Er setzte seinen Plan um. Doch die beiden blieben in Kontakt, heirateten, und 2006 folgte Kayi ihrem Mann nach Hannover. Ihre lebhafte Familie fehlte ihr zuerst. Doch inzwischen sieht sie Kayi Zuhause in Deutschland – hier haben sie und ihr Mann ihre eigene Familie gegründet, haben ihre Arbeit.

In den ersten Jahren hat sich Kayi vor allem um ihre Kinder gekümmert. Außerdem musste sie Deutsch lernen – sie spricht bereits Französisch, Englisch  und ihre Nationalsprache Ewe. 2018 hat sie dann ihren Abschluss als Sozialpädagogische Assistentin gemacht.

Mit der Erzieherinnen-Ausbildung möchte sie ihre Kenntnisse vertiefen und ihre Möglichkeiten im Beruf verbessern. „Mit Kindern umzugehen ist keine Kleinigkeit“, sagt Kayi. Durch den Unterricht verstehe sie die Entwicklung und Wahrnehmung der Kinder immer besser. Sie hat gelernt, ihr eigenes Handeln zu begründen und zu hinterfragen und weiß jetzt schon: „Auch am Ende der Ausbildung bin ich mit dem Lernen nicht fertig.“

Lernen, Arbeiten, für die Familie da sein: Das alles unter einen Hut zu bringen ist nicht einfach, aber: „Ich habe mich organisiert“, erklärt Kayi selbstbewusst. Dabei hilft ihr auch der feste Glaube, dass das Leben jeden Tag eine Gnade und ein Geschenk ist.

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