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Gelungener Auftakt für neue Gesellschaft der Dachstiftung Diakonie: Venito startet mit Jugendkongress durch

„Venito – Diakonische Gesellschaft für Kinder, Jugendliche und Familien“, das ist der Name der neuen Gesellschaft der Dachstiftung Diakonie. „Sie ist entstanden aus dem Wunsch, Kräfte weiter zu bündeln“, berichtet Carola Hahne, die gemeinsam mit Barbara Rädel die Geschäftsführung übernimmt. Venito vereint die großen Gesellschaften Diakonische Jugend- und Familienhilfe Kästorf, Stephanstift Evangelische Jugendhilfe und Stephansstift Kindertagesstätten und Familienzentren und bündelt ab sofort die Kompetenzen und Expertisen dieser.

Verkündet wurde der Name passenderweise am vergangenen Wochenende auf dem Jugendkongress der Dachstiftung Diakonie. Im Braunschweiger WestAnd trafen sich 140 Kinder, Jugendliche und Mitarbeitende aus der Jugendhilfe. Es ist bereits der fünfte Kongress dieser Art. Eine Tradition mit Wirkung: Einmal im Jahr besprechen die Teilnehmenden hier wichtige Themen und Schwerpunkte für die Weiterentwicklung der Jugendhilfe.

Der Kongress entwickelt sich stetig weiter. In diesem Jahr gab es wieder eine Premiere: Ein Team aus jungen Moderator:innen und Reporter:innen begleitete den Tag. Eine Neuheit ganz im Sinne der Partizipation, die in der Jugendhilfe der Dachstiftung Diakonie großgeschrieben wird: Wer mag, kann sich aktiv einbringen. Die Methode des Tages war der bewährte Open Space. Kein starres Kongress-Programm, stattdessen konnten sich alle Teilnehmenden von ihren eigenen Interessen leiten lassen und aus einem bunten Mix an Workshops und Diskussionsrunden wählen. Hier ging es beispielsweise um Digitalisierung und Inklusion. In einem anderen Raum bauten die Teilnehmenden aus bunten Bauklötzen einen sicheren Ort. Jeder Klotz beschriftet mit Dingen, die für junge Menschen Sicherheit bedeuten. Ein weiteres wiederkehrendes Thema war: Was kann gegen Stigmatisierung getan werden? 

Immer wieder haben Kinder und Jugendliche, die in einer Jugendhilfeeinrichtung leben, mit Vorurteilen zu kämpfen. Die jungen Leute machten deutlich, dass Stigmatisierung häufig zur Benachteiligung in Bildungskontexten führe. So machten zum Beispiel viele die Erfahrung, dass ihnen häufig keine höheren Bildungswege wie ein Abitur oder ein Hochschulstudium zugetraut würden. 

Zum Glück waren gleich drei wichtige politische Interessenvertreter:innen vor Ort, um sich den Themen der jungen Menschen anzunehmen. Philipp Raulfs (SPD), Landtagsabgeordneter, Kirsikka Lansmann (SPD), Landtagskandidatin, und Birhat Kaçar, Kommunalpolitiker im Heidekreis, diskutierten mit und stellten sich in der sogenannten Fishbowl den Fragen der jungen Menschen. Der Besuch der Politiker:innen war so wichtig, weil die Bedürfnisse von jungen Menschen in Einrichtungen und Erziehungshilfen in der Sozialpolitik oft zu kurz kommen. Carola Hahne sagte am Rande des Kongresses: „Ich freue mich für die jungen Menschen, dass sich die Politiker heute die Zeit genommen haben. Es darf nicht vergessen werden, dass neben der klassischen Familie auch das Aufwachsen in einer Wohngruppe zur Lebenswirklichkeit von jungen Menschen gehört.“

Alle drei Politiker:innen waren sehr beeindruckt von dem Mut der Jugendlichen, ihre Themen in einer so großen Runde vorzutragen. So werden die Ideen vom Jugendkongress weiter getragen und hoffentlich auf fruchtbaren Boden fallen. 

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