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Mitanya I. möchte in ihrem künftigen Beruf als Sozialarbeiterin anderen Menschen zur Seite stehen, ihnen gut tun. Um das zu erreichen, besucht sie die zweijährige Fachoberschule mit Schwerpunkt Sozialpädagogik. Hier will sie die Fachhochschulreife für das spätere Studium der Sozialen Arbeit erwerben.

Als 13-Jährige flüchtete Mitanya zusammen mit Eltern und drei Geschwistern aus Syrien. Die Familie überquerte das Mittelmeer, durchwanderte acht Länder. Als sie schließlich 2015 in Deutschland ankamen, zählte für Mitanya vor allem, dass alle noch zusammen waren. Die Flucht ist Teil ihres Lebens, hat sie geprägt – doch Mitanya ist fest entschlossen, nicht in der Vergangenheit zu verharren. In ihrer neuen Heimat will sie in der Gegenwart leben und ihre Zukunft aufbauen.

Sie machte den Hauptschulabschluss an der KGS Sehnde, besuchte dann Berufsbildende Schulen im Bereich Wirtschaft und Verwaltung. Dabei erlangte Mitanya den erweiterten Realschulabschluss, erkannte aber auch: Die Arbeit im Büro würde sie nicht erfüllen. Während eines Praktikums im Freizeitheim Vahrenwald begleitete sie ein generationenübergreifendes Projekt mit Schüler*innen und Senior*innen: „Das war so schön“, sagt die 19-Jährige. Davon wollte sie mehr. Schließlich kennt Mitanya die Wirkung Sozialer Arbeit auch von der anderen Seite, hatte selbst Unterstützung durch eine Sozialarbeiterin, die sie ermutigte und stärkte.

Vom Diakonie Kolleg hatte die 19-Jährige sofort einen guten Eindruck: „Die bunte Fassade passt zu den verschiedenen Menschen dort, die unterschiedlich aussehen und denken und sich trotzdem verstehen.“ Als im Religionsunterricht die Geschichte vom barmherzigen Samariter durchgenommen wurde, habe sie das sehr berührt: „Auch in der Klasse helfen alle sich gegenseitig.“

Im ersten Jahr der FOS hat Mitanya sich Praktika bewusst in ganz unterschiedlichen Einrichtungen ausgesucht: Seniorenresidenz, Mehrgenerationenhaus, Grundschule, Flüchtlingshilfe. In der Flüchtlingshilfe, so ihre Erkenntnis, könne sie aufgrund der eigenen Geschichte mit ihrem Verständnis und ihren Sprachkenntnissen am besten helfen. Deshalb möchte sie sich dort auch während der Schulzeit und des Studiums ehrenamtlich weiter einsetzen.

Ihre Eltern hätten sich wohl manchmal gesorgt, weil sie sich sehr anstrengen, sehr viel lernen musste, um ihre selbstgesteckten Ziele zu erreichen, erzählt die Schülerin. „Aber ich habe meiner Familie gezeigt, dass ich selbst Entscheidungen für mich treffen kann“, sagt Mitanya. „Jetzt sind sie sehr stolz auf mich.“

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